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Weihnachtsmusical 2019
Der Fluch

(c) Mareike Ardenn

In der Hexenstube. An der Wand hängt eine Geige mit einem Bogen. LUNA mit Werkzeug. LILLI kommt herein.

LILLI (
sehr aufgebracht): Das ist ja wohl das Allerletzte, zum Rabenschnabel noch mal. Potz Blitz und alle Wetter. Das lass’ ich mir nicht gefallen. So geht es nicht weiter, da sei dreimal der gestiefelte Kater davor....
LUNA (
fällt ihr ins Wort): Ach, du liebes Lieschen, was ist denn nur passiert?
LILLI: Er gibt mir die Schuld!
LUNA: Wer?
LILLI: Na, Brim!
LUNA: Unser Nachbar Brim gibt dir die Schuld...wofür?
LILLI: Unser Nachbar Brim gibt mir die Schuld dafür, dass sein Fledermausschnaps in diesem Jahr nichts geworden ist.
LUNA: Hä?
LILLI: Genau! Ich kann überhaupt gar nichts dafür!
LUNA: Aber wie kommt er denn darauf?
LILII: Er sagt, ich bin eine miserable Wetterhexe.
LUNA: Wo er Recht hat...
LILLI: Das ist ja wohl die Höhe!
LUNA: Aber was hat das mit seinem Fledermausschnaps zu tun?
LILLI: Brim sagt, dass die Fledermäuse in diesem Jahr so mager waren, weil das Wetter so schlecht war, dass die Fledermäuse nicht genug Insekten zum Fressen hatten. Und wenn die Fledermäuse mager sind, dann wird der Schnaps nix.
LUNA: Aber... sind im Fledermausschnaps denn etwa Fledermäuse?
LILLI: Sind im Himbeerschnaps Himbeeren?
LUNA: Keine Ahnung....
LILLI:
Natürlich sind im Himbeerschnaps Himbeeren! Und im Pflaumenschnaps sind Pflaumen und im Birnenschnaps sind Birnen, und...
LUNA: Ja, ich hab’s kapiert!
LILLI: Und im Kirschschnaps sind Kirschen...
LUNA: Schon gut!
LILLI: Und im Fledermausschnaps sind eben Fledermäuse.
LUNA: Igitt! Wie eklig!
LILLI: Darum geht’s doch gar nicht. Er gibt mir die Schuld dafür, dass sein blöder Schnaps nichts geworden ist. Er behauptet, dass ich eine schlechte Wetterhexe bin. Sozusagen eine Schlechtwetter-Hexe. Das waren seine Worte! Das lass’ ich mir nicht gefallen!

SONG 1
LILLI:
Brim, das war das letzte Mal,
jetzt ist wirklich Schluss,
du bist selber Schuld daran,
das ich das tun muss.

Du bist grob und du beschimpfst
mich und sagst zu mir,
dass ich ne schlechte Hexe sei,
doch nun rat’ ich dir:

Nimm dich in Acht und schau dich um,
den lieben langen Tag,
und denke nicht, dass nichts passiert,
denk’ nicht, dass ich dich mag.

Das nächste Mal, wenn ich bei dir
vorbeikomm auf Besuch,
dann schau’ ich nur, ob er gewirkt,
ja ob er wirkt mein Fluch!

LUNA:
Ach, Lilli sag’, was redest du?
Was hast du denn nur vor?
Was Brim so redet, ist egal,
nimm’s einfach mit Humor.

LILLI:
Auf keinen Fall, das ist vorbei,
ich werde ihn bedrängen,
den schlimmsten Fluch, denn ich nur kenn,
der wird bald an ihm hängen.

LILLI: Das hat er nun davon!
LUNA: Du willst ihn verfluchen?
LILLI: Yepp!
LUNA: So richtig mit toten Krähenfüßen und Salamanderblut und allem?
LILLI: Auf jeden Fall.
LUNA: Aber dazu braucht man doch schwarze Magie, oder?
LILLI: Oder Hexi-How.
LUNA: Hexi.. was?
LILLI: Hexi-How. Du kennst doch Hexipedia im Hexnet. Und Hexi-How ist sowas ähnliches.
LUNA: Aha.
LILLI: Wenn du nicht immer nur in deinen staubigen Kräuterbüchern stöbern würdest, dann wüsstest du das alles.
LUNA: Ich bin mit meinen staubigen Kräuterbüchern eigentlich ganz glücklich. Und mit meiner antiken Wollsocken-Sammlung. Für die baue ich nämlich gerade eine Vitrine. Zumindest wollte ich das, bevor du hier reingestürmt bist wie ein wütender Stier.
LILLI: Also, bei Hexi-How geht es nicht darum geht,
was es auf der Welt gibt, sondern wie etwas gemacht wird. Und da steht bestimmt auch, wie man jemanden verflucht. Ganz ohne schwarze Magie.
LUNA: Hast du mir zugehört? Ich baue eine Vitrine für meine antike Wollsockensammlung.
LILLI: Hast du
mir zugehört? Ich werde jetzt gleich unseren Nachbarn Brim verfluchen.